Druckverfahren im Vergleich: DTF, DTG, Siebdruck oder Stick – was passt zu deinem Merch?
Du willst Merch produzieren lassen. Shirts, Hoodies, Caps – egal. Und dann kommt die Frage, an der die meisten hängen bleiben: Welches Verfahren eigentlich?
Die ehrliche Antwort: Es gibt kein bestes Verfahren. Es gibt nur das richtige für deinen Fall. Und weil wir bei Brandsky jeden Tag DTF drucken, sticken und Aufträge von 1 bis 20.000 Stück durch unsere Produktion in Hamburg schieben, erklären wir dir hier ohne Marketing-Nebel, was wann Sinn ergibt.
Kein „es kommt darauf an" ohne Antwort. Wir sagen dir, worauf es ankommt.
Die Kurzfassung
Wenn du keine Zeit hast:
DTF – der Allrounder. Fotorealistisch, waschbeständig, funktioniert auf fast allem. Ab Stückzahl 1 wirtschaftlich. Unser Standard für 90 % aller Aufträge.
DTG – Direktdruck aufs Shirt. Weicher Griff, aber wählerisch beim Material und bei dunklen Textilien im Nachteil.
Siebdruck – der Klassiker. Unschlagbar bei großen Auflagen mit wenigen Farben. Bei kleinen Mengen unbezahlbar.
Stick – Premium. Fühlbar, langlebig, wertig. Perfekt für Logos, Caps und Workwear. Für fotorealistische Motive ungeeignet.
Jetzt im Detail.
DTF – Direct to Film
DTF ist das Verfahren, das den Textildruck in den letzten Jahren am stärksten verändert hat. Dein Motiv wird auf eine Spezialfolie gedruckt, mit Kleberpulver versehen und unter Hitze auf das Textil gepresst.
Was DTF kann:
Fotorealistische Motive mit feinen Details und Farbverläufen. Weißdruck auf dunklen Textilien ohne Vorbehandlung. Und es funktioniert auf Baumwolle, Polyester, Mischgewebe, Nylon – auf Materialien, bei denen andere Verfahren aussteigen.
Der größte Vorteil: DTF ist ab Stückzahl 1 wirtschaftlich. Es gibt keine Einrichtungskosten wie beim Siebdruck. Ein Shirt kostet pro Stück ungefähr dasselbe wie hundert. Das macht DTF zum Standard für On-Demand-Produktion, Creator-Merch und alles, wo du nicht auf einem Lager voller vorproduzierter Ware sitzen willst.
Was DTF nicht kann:
Der Druck liegt als dünne Schicht auf dem Stoff. Bei sehr großen, vollflächigen Motiven spürst du das. Wer den ganz weichen „Teil des Stoffes"-Griff will, ist bei DTG oder Siebdruck besser aufgehoben. Und: DTF ist nicht gleich DTF. Billige Folien und falsche Pressparameter sieht man nach der dritten Wäsche. Deshalb testen wir unsere Transfers auf Waschbeständigkeit, bevor irgendwas rausgeht.
DTF ist richtig, wenn: du flexible Stückzahlen brauchst, bunte oder detaillierte Motive hast, verschiedene Textilien bedrucken willst – oder einfach keine Lust auf Mindestmengen hast.
DTG – Direct to Garment
Beim DTG-Druck wird die Tinte direkt in den Stoff gedruckt, wie bei einem Tintenstrahldrucker – nur eben aufs Shirt.
Was DTG kann:
Der Griff. DTG-Drucke fühlen sich kaum an, weil die Tinte im Gewebe sitzt statt darauf. Bei hellen Baumwollshirts mit fotorealistischen Motiven liefert DTG richtig gute Ergebnisse.
Was DTG nicht kann:
DTG will Baumwolle. Auf Polyester und Mischgewebe wird's schwierig bis unmöglich. Dunkle Textilien brauchen eine Vorbehandlung plus weiße Unterlegung – das kostet Zeit, Geld und je nach Anlage auch Brillanz. Die Farben wirken im Vergleich zu DTF oft etwas matter, und die Waschbeständigkeit hängt stark von der Vorbehandlung ab.
DTG ist richtig, wenn: du helle Baumwollshirts mit großflächigen Motiven bedruckst und der weiche Griff dein wichtigstes Kriterium ist.
Siebdruck
Das älteste Verfahren im Vergleich – und bei den richtigen Aufträgen bis heute unschlagbar. Pro Farbe wird ein Sieb belichtet, durch das die Farbe direkt auf das Textil gedruckt wird.
Was Siebdruck kann:
Deckkraft und Haltbarkeit auf einem Level, das kein Digitalverfahren erreicht. Sonderfarben, Neon, Metallic, exakte Pantone-Töne. Und ab einer gewissen Auflage wird der Stückpreis lächerlich günstig, weil die Einrichtungskosten sich verteilen.
Was Siebdruck nicht kann:
Kleine Mengen. Jede Farbe braucht ein eigenes Sieb, jedes Sieb kostet Einrichtung. Bei 20 Shirts mit einem vierfarbigen Motiv zahlst du mehr für die Siebe als für die Shirts. Farbverläufe und fotorealistische Motive sind aufwendig bis unmöglich. Und Motivwechsel sind teuer – für On-Demand oder personalisierten Merch ist Siebdruck raus.
Siebdruck ist richtig, wenn: du 200+ Stück vom gleichen Motiv mit wenigen Vollflächenfarben produzierst und maximale Haltbarkeit willst.
Stick
Stick ist kein Druck – das Motiv wird mit Garn direkt ins Textil gestickt. Bei uns laufen dafür Tajima-Maschinen, der Industriestandard.
Was Stick kann:
Wertigkeit, die man sieht und fühlt. Ein gesticktes Logo auf der Brust, ein 3D-Stick auf der Cap – das signalisiert Qualität, bevor jemand das Label liest. Stick überlebt hunderte Wäschen, verblasst nicht und funktioniert auf Materialien, die für Druck kritisch sind: Softshell, Fleece, Caps, dicke Hoodies.
Was Stick nicht kann:
Fotorealismus. Farbverläufe und feine Details lassen sich mit Garn nur begrenzt abbilden – ein Motiv muss fürs Sticken digitalisiert (gepuncht) werden, und das ist Handwerk, kein Knopfdruck. Sehr große Flächen werden schwer, steif und teuer, weil der Preis an der Stichzahl hängt.
Stick ist richtig, wenn: du Logos, Schriftzüge oder Embleme auf Caps, Polos, Hoodies oder Workwear willst und Wertigkeit wichtiger ist als der günstigste Stückpreis.
Die Vergleichstabelle
DTF | DTG | Siebdruck | Stick | |
|---|---|---|---|---|
Ab Stückzahl | 1 | 1 | ~100–200 | 1 (Digitalisierung einmalig) |
Fotorealistische Motive | Ja | Ja | Nein | Nein |
Dunkle Textilien | Problemlos | Mit Vorbehandlung | Problemlos | Problemlos |
Materialvielfalt | Sehr hoch | Nur Baumwolle | Hoch | Sehr hoch |
Haltbarkeit | Hoch | Mittel–hoch | Sehr hoch | Maximal |
Griff | Leichte Auflage | Sehr weich | Weich bis fest | Fühlbar, erhaben |
Kosten bei kleinen Mengen | Günstig | Mittel | Teuer | Mittel |
Kosten bei großen Mengen | Mittel | Mittel | Sehr günstig | Hoch |
On-Demand-fähig | Ja | Ja | Nein | Bedingt |
Und was heißt das jetzt für dich?
Drei typische Fälle aus unserem Alltag:
Du bist Creator und startest deinen Merch. Du weißt nicht, ob du 30 oder 300 Shirts verkaufst. → DTF. Kein Lagerrisiko, keine Mindestmenge, volle Motivfreiheit. Genau dafür haben wir unser Fulfillment gebaut: Bestellung kommt rein, wir drucken, wir versenden.
Du bist eine Brand und brauchst 5.000 Shirts mit deinem zweifarbigen Logo. → Siebdruck, ohne Diskussion. Bester Stückpreis, beste Haltbarkeit. Ab dieser Größenordnung rechnen wir dir beides durch und sagen dir ehrlich, was günstiger ist.
Du willst Caps und Hoodies für dein Team, die nach etwas aussehen. → Stick. Einmal digitalisieren, dann jederzeit nachbestellen. Ein gesticktes Logo trägt man anders als ein gedrucktes.
Und ja, oft ist die Antwort eine Kombination: Stick-Logo auf der Brust, DTF-Motiv auf dem Rücken. Machen wir ständig.
FAQ
Welches Druckverfahren hält am längsten? Stick, danach Siebdruck. Gut gemachtes DTF liegt aber dicht dahinter und übersteht 50+ Wäschen ohne sichtbare Verluste – entscheidend sind Folie, Pulver und Pressparameter, nicht das Verfahren an sich.
Was ist besser: DTF oder DTG? Für die meisten Fälle DTF: mehr Materialien, kräftigere Farben auf dunklen Textilien, konsistentere Waschbeständigkeit. DTG gewinnt beim Griff auf hellen Baumwollshirts.
Ab welcher Stückzahl lohnt sich Siebdruck? Als Faustregel ab 100–200 Stück pro Motiv, abhängig von der Farbanzahl. Je mehr Farben, desto später lohnt es sich.
Kann man jedes Logo sticken? Fast jedes – aber nicht jedes gleich gut. Sehr feine Linien, kleine Schriften unter ~5 mm Höhe und Farbverläufe müssen fürs Sticken angepasst werden. Das prüfen wir vor jedem Auftrag und sagen dir vorher, was geht.
Was ist mit UV DTF? UV DTF ist die Variante für harte Oberflächen – Flaschen, Boxen, Hardcases. Für Textil nicht geeignet, für Merch-Zubehör aber spannend. Dazu schreiben wir einen eigenen Artikel.
Fazit
DTF für Flexibilität. Siebdruck für Masse. Stick für Wertigkeit. DTG für den Spezialfall.
Wenn du unsicher bist: Schick uns dein Motiv und deine Stückzahl. Wir produzieren alle Verfahren selbst in Hamburg und haben keinen Grund, dir das falsche zu verkaufen – ein Reklamationsfall kostet uns mehr als eine ehrliche Beratung.
Brandsky ist eine Textilproduktion aus Hamburg. DTF, UV DTF, Stick und Fulfillment – auf 550 m², mit eigener Software, ab Stückzahl 1.
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