Farbmanagement: RGB, CMYK & Sonderfarben
„Der Druck sieht ganz anders aus als auf meinem Bildschirm" — das ist eine der häufigsten Rückmeldungen, die Einsteiger im Textildruck geben. Das hat nichts mit schlechter Druckqualität zu tun, sondern mit einem fundamentalen Unterschied zwischen Bildschirmen und Druckverfahren: dem Farbraum.
RGB — das Licht-Modell
RGB steht für Rot, Grün, Blau. Bildschirme, Monitore, Smartphones und Tablets erzeugen Farben durch Mischen von Licht in diesen drei Grundfarben. Wenn alle drei auf Maximum stehen, entsteht Weiß. Wenn alle auf Null stehen, entsteht Schwarz.
RGB kann extrem leuchtende, gesättigte Farben darstellen — viel mehr als ein Drucker je reproduzieren kann. Das ist der Grund, warum Farben auf dem Bildschirm oft leuchtender wirken als im Druck.
CMYK — das Druck-Modell
CMYK steht für Cyan, Magenta, Yellow, Key (Schwarz). Drucker mischen diese vier Druckfarben auf Papier oder Stoff. Das Ergebnis entsteht durch Lichtabsorption — was nicht absorbiert wird, sehen wir als Farbe.
CMYK kann nicht alle RGB-Farben reproduzieren. Besonders leuchtende Neons, tiefe Blautöne und manche Grüntöne liegen außerhalb des CMYK-Gamuts und werden beim Druck automatisch auf den nächsten darstellbaren Farbwert reduziert.
| Eigenschaft | RGB | CMYK |
|---|---|---|
| Anwendung | Bildschirme, Displays | Drucker, Textildruck |
| Mischprinzip | Additiv (Licht) | Subtraktiv (Pigmente) |
| Weißpunkt | Alle Kanäle auf Maximum | Kein Farbauftrag (Textilfarbe) |
| Gamut | Sehr groß | Kleiner als RGB |
| Neonfarben | Darstellbar | Nicht möglich (außer Sonderfarben) |
Was das für den Textildruck bedeutet
Liefere immer RGB
Für den Digitaldruck (DTF) gilt: Liefere deine Datei im RGB-Modus. Unsere Drucksysteme nutzen eigene Farbprofile und konvertieren selbst in die optimale Druckausgabe. Wenn du CMYK einsendest, wird zuerst nach RGB zurückkonvertiert — dabei gehen Farbinformationen verloren.
Unsere Drucktechnologie
Brandsky setzt auf ein 4-Kopf-System mit 13 Farbkanälen und Epson 3200 Printhead-Technologie. Die Epson 3200-Druckköpfe gehören zur Spitzenklasse im professionellen Textildruck und ermöglichen präziseste Tintenpunkte bei hoher Druckgeschwindigkeit. 13 Farbkanäle bedeuten deutlich größeren Farbraum als Standard-4-Kanal-CMYK-Systeme — insbesondere bei lebendigen Rottönen, tiefen Blaus und Hauttönen ist der Unterschied sichtbar.
Monitorkalibrierung
Die meisten Consumer-Monitore sind nicht farbkalibriert und zeigen Farben zu gesättigt oder zu hell an. Wenn Farbgenauigkeit kritisch ist (z. B. für Corporate Designs), empfehlen wir entweder einen kalibrierten Monitor oder physische Probedrucke.
Pantone und Sonderfarben
Pantone-Farben sind standardisierte Sonderfarben, die unabhängig vom Drucker konsistent reproduziert werden können. Im Flexdruck und bei der Stickerei können wir auf definierte Farbtöne (z. B. aus dem Pantone-Fächer) eingehen. Beim Digitaldruck ist eine exakte Pantone-Reproduktion technisch nicht möglich — wir nähern uns so nah wie möglich an.
Neonfarben
Neonfarben liegen per Definition außerhalb des CMYK-Gamuts — sie können mit normalen Druckfarben nicht reproduziert werden. Brandsky bietet hierfür das spezielle Neon DTF-Verfahren an, das mit echten Fluoreszenzfarben arbeitet.
- Neon Pink: #FF0090
- Neon Gelb: #FFFF00
- Neon Orange: #FF6600
- Neon Grün: #39FF14
Verwende diese Hex-Werte exakt in deiner PNG-Datei, um Neoneffekte zu triggern. Mehr dazu im Neon DTF Guide.
Praxistipps für konsistente Farbergebnisse
- Immer im RGB-Farbraum arbeiten und in RGB exportieren
- Probedruck vor einer großen Serie bestellen
- Sättigungsregler beim Erstellen von Designs etwas zurückhalten — gedruckt wirkt es meist gesättigter
- Für Dunkelblau und Tiefrot sind Druckergebnisse erfahrungsgemäß sehr nah am Bildschirm
- Leuchtende Neons und elektrisches Blau können im Druck matter wirken — Neon DTF als Alternative prüfen
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